Welche Geburtsverletzungen gibt es?

Wenn süßer Familienzuwachs erwartet wird oder bereits auf der Welt ist, ist das eines der schönsten Ereignisse für die werdenden Eltern. Manchmal allerdings kann die Freude durch Geburtsverletzungen getrübt werden, die das Wohlgefühl der frischgebackenen Mama beeinträchtigen. Wenn Sie sich darüber informieren möchten, erfahren Sie hier, welche Geburtsverletzungen es gibt.

Vorbeugen, pflegen und informieren

Es ist gut und wichtig, dass Sie sich möglichst frühzeitig mit möglichen Geburtsverletzungen beschäftigen, um besser darauf vorbereitet zu sein. Das gibt Ihnen mehr Sicherheit und nimmt Ihnen ein Stück weit die Angst vor dem Unbekannten – zumal es einige Möglichkeiten gibt, Geburtsverletzungen vorzubeugen bzw. eine mögliche Wunde von Dammschnitt & Co. sanft zu pflegen und zu schützen. Auch die Information über verschiedene Geburtspositionen kann Ihnen dabei helfen, im Vorfeld der Geburt gelassener zu werden und besser zu entspannen.

Dammschnitt

Der sogenannte „Damm“ besteht aus Muskelgewebe und befindet sich zwischen Vagina und After. Bei der Geburt kann es zu Komplikationen kommen, die es erforderlich machen, die Geburtsöffnung zu vergrößern. Dies geschieht, indem der Damm von den Geburtshelfern eingeschnitten wird. Mit einem Dammschnitt soll der Geburtskanal erweitert, der Geburtsvorgang verkürzt und die Mutter und das Baby in komplizierteren Situationen entlastet werden. Die Häufigkeit von Dammschnitten in Kliniken, Geburtshäusern etc. kann sehr unterschiedlich sein und es gibt eine große Spanne. So soll in Kliniken bei 30 % bis 60 % und in Geburtshäusern bei 6 % der Geburten ein Dammschnitt vorgenommen werden. Bei der Frage, welche Geburtsverletzungen die „bessere Alternative“ sind, ziehen heute allerdings viele Ärzte und Hebammen einen Dammriss vor.  Wir haben zudem verschiedene Tipps für Sie, wie Sie einen Dammschnitt vermeiden können.

Dammriss

Da der Damm bei der Geburt stark gedehnt wird, kann es passieren, dass er diese Belastung nicht aushält und reißt. Dies geschieht – im Unterschied zu einem Dammschnitt – ohne Einfluss durch die Geburtshelfer. Man hat die Erfahrung gemacht, dass ein Dammriss besser verheilt und meist auch weniger schmerzhaft ist als der Dammschnitt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es bei etwa 20 bis 30 % der Geburten zu einem Dammriss kommt, wobei es sich meist um die leichteren Verletzungsgrade handelt. Dammschnitt und -riss können Sie beispielsweise mit einer Dammmassage oder anderen Maßnahmen vorbeugen.

Scheidenriss

Vor allem bei einer Geburt mit Instrumenten wie Geburtszange und Saugglocke besteht ein größeres Risiko für einen Scheidenriss, aber auch eine natürliche Geburt kann dazu führen. Dabei kann die Scheide an verschiedenen Abschnitten einreißen. Meist sind die Einrisse recht klein und kaum schmerzhaft, manchmal aber kann es auch zu größeren Verletzungen kommen. Ursachen dafür können u.a. ein zu starkes Pressen beim Geburtsvorgang, ein früherer Kaiserschnitt oder ein unzureichend dehnungsfähiges vaginales Gewebe sein. Die Scheide kann an verschiedenen Stellen und sowohl vertikal als auch horizontal reißen. Vom Labienriss wird gesprochen, wenn auch die Schamlippen stärker einreißen.

Analfissur

Wenn es darum geht, welche Geburtsverletzungen es gibt, gehört auch eine Analfissur dazu. Diese kann bei der Entbindung aufgrund von starkem Pressen oder eines schwachen Bindegewebes, aber auch nach der Geburt – u.a. in der frühen Stillzeit – auftreten. Letzteres ist bedingt durch die veränderten Stuhlgewohnheiten, weil sich der Körper der frischgebackenen Mama noch nicht an die neue Situation angepasst hat. Bei einer Analfissur reißt die Darmschleimhaut meist im Bereich des Enddarms ein, was sowohl innen als auch außen vorkommen kann. Durch das sehr ungünstige Umfeld am After mit Keimen, Bakterien und Feuchtigkeit wird die Heilung massiv blockiert.

Welche Hilfe für welche Geburtsverletzungen?

Die meisten der genannten Geburtsverletzungen – außer der Analfissur – müssen genäht werden. Dies hängt natürlich vom Schweregrad ab. Dabei werden Fäden verwendet, die von alleine abfallen. Dennoch verursachen die Wunde und die Nähte mehr oder weniger große Beschwerden und schränken das Wohlgefühl der Mutter ein – dies kann sich durchaus über mehrere Wochen hinziehen. Jetzt sind verschiedene Pflege- und Schutzmaßnahmen hilfreich – beispielsweise mit Hygiene, Sitzbädern oder homöopathischen Mitteln. Auch gibt es bestimmte Verhaltensweisen, die den Toilettengang nach einer Geburtsverletzung erleichtern. Denn sowohl eine Naht an Damm oder Scheide als auch die vergleichsweise kleinen Wunden bei einer Analfissur können Beschwerden beim Urinieren oder Stuhlgang mit sich bringen.

Um die Wunde gut zu pflegen und zu schützen, kann ein mildes Mittel sinnvoll sein, das die empfindlichen Schleimhäute schont. Gleichzeitig sollte es mit dem besonderen Milieu, das im Intimbereich herrscht, umgehen können. Hilfreich können hier sanfte Naturöle sowie ein spezielles Reinigungsgel oder ähnliches sein, die frei von jeglichen chemischen Zusatzstoffen sind. Eine Intimdusche für zuhause oder unterwegs sorgt zusätzlich für schonende Hygiene.

Fazit: Nun wissen Sie, welche Geburtsverletzungen es gibt. Doch lassen Sie sich bitte davon nicht die Freude auf die Geburt und Ihren Familienzuwachs verderben. Zum einen gibt es Möglichkeiten zur Vorbeugung von Dammschnitt & Co. Und zum anderen haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um die Wunde zu pflegen und sich das Leben mit einer Geburtsverletzung zu erleichtern.