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Tipps zum Stillen für Einsteiger

Falls Sie vorhaben, von Anfang an zu stillen, tun Sie sich und Ihrem Baby viel Gutes – denn Stillen hat viele Vorteile. Ich möchte Sie mit meinen Tipps zum Stillen dabei unterstützen, damit das Ganze gut funktioniert, das Kleine zufrieden satt wird und Sie unnötige Fehler vermeiden.

Tipps zum Stillen: Richtig fühlen

Zuerst einmal sei gesagt: Stillen ist etwas ganz Natürliches. Sie brauchen davor keine Angst zu haben und können davon ausgehen, dass der Vorgang nach etwas Übung auch ganz natürlich abläuft. Natürlich braucht es anfangs etwas Zeit, bis Sie mit Ihrem Baby ein eingespieltes Team sind – also gehen Sie das Ganze in Ruhe an.

Grundsätzlich wird bei Tipps zum Stillen empfohlen, das Baby so früh wie möglich nach der Entbindung anzulegen – die Hebamme wird Ihnen dabei helfen. Vor allem in den ersten ein bis zwei Stunden nach der Geburt findet das Kleine die Brustwarze ganz alleine. In der Zeit ist der Suchreflex des Babys nämlich besonders stark ausgeprägt. Haben Babys Lippen Ihre Brustwarze berührt, sperrt es den Mund automatisch weit auf. Auch wenn dieser Reflex später nicht mehr ganz so stark ist, können Sie ihn in der weiteren Stillzeit nutzen.

Zudem wird dadurch gleich von Beginn an die Beziehung zu Ihrem Baby gefördert. Dann können Sie sich umso mehr an dem innigen Gefühl und der tiefen Verbindung erfreuen, die beim Stillen zwischen Ihnen und dem Kleinen entsteht. Wenn Sie der Natur und Ihren eigenen Instinkten vertrauen, läuft das Stillen „wie geschmiert“ :-).

Tipps zum Stillen: Richtig vorbereiten

Beim Stillen sollte in den ersten Wochen möglichst immer eine ruhige Atmosphäre und Entspanntheit herrschen. Außerdem sollte der Raum angenehm temperiert sein und Sie sollten sich und dem Baby ausreichend Zeit und Intimität gönnen. Sie selber begeben sich in eine für Sie angenehme Stillposition im Liegen oder Sitzen, in der Sie die nächsten mindestens 20 Minuten bequem verbringen können. Hilfsmittel wie ein Stillkissen oder ein Hocker zum Aufstellen der Füße können dabei hilfreich sein.

Auch etwas zu trinken sollten Sie sich bereitstellen. Apropos: Während der Stillzeit sollten Sie immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen – am besten stilles Wasser oder Tee. Falls Sie die Milchproduktion anregen möchten oder müssen, wird Stilltee empfohlen – ein Kräutertee, der Kümmel, Fenchel und Anis enthält. Meist ist es aber von Natur aus so, dass die Brust sich voll und ganz auf den Bedarf des Babys einstellt. Je häufiger Sie stillen, desto mehr Milch wird auch produziert. Sollten hier Probleme auftreten, können Sie mit Ihrer Hebamme oder dem Frauenarzt sprechen.

Tipps zum Stillen: Richtig anlegen

Zum Anlegen des Babys sollte es Ihnen mit dem ganzen Körper zugewandt sein. Zu den wichtigen Tipps zum Stillen gehört in dem Zusammenhang folgender: Ziehen Sie das Kleine hin zu Ihrer Brust anstatt sich nach vorne zu beugen – denn das verhindert auf Dauer schlimme Rückenschmerzen. Beim Anlegen halten Sie mit einer Hand das Baby und mit der anderen Ihre Brust. Diese sollten Sie mit dem sogenannten C-Griff halten: Ihre Hand stützt die gesamte Brust, während Ihre Finger dabei flach auf dem unteren Teil liegen und der Daumen oberhalb der Brustwarze. Ihre Finger berühren dabei nicht den Warzenhof.

Nun halten Sie die Brustwarze an den Mund des Babys. Sobald es den Mund weit öffnet und seine Zunge am Boden der Mundhöhle liegt, heben Sie das Kleine zügig an Ihre Brust. Achten Sie darauf, dass das Baby mit seinem Mund die Brustwarze und einen Großteil des Warzenhofes erfasst. Seine Lippen müssen dabei nach außen gestülpt sein und die Zunge sollte sich über der unteren Zahnleiste befinden.

 Mit dem Stillen beginnen Sie an der Brust, die Ihnen voller erscheint. Am besten trinkt das Kleine immer eine Brust vollständig leer. Danach sollte es in der Anfangszeit möglichst noch an der zweiten Brust angelegt und gestillt werden. Später ist es sinnvoll, das Kleine pro Mahlzeit nur an eine Brust anzulegen, damit diese auch vollständig geleert wird.

Tipps zum Stillen: Richtig trinken lassen

Satt ist Ihr Baby dann, wenn es von selbst von der Brust ablässt und sein Köpfchen wegdreht. Ob das Kleine richtig und ausreichend getrunken hat, erkennen Sie an verschiedenen Merkmalen: Schluckgeräusche während des Stillens, Zufriedenheit danach und Zustand Ihrer Brüste. Übrigens kann das Stillen eines Neugeborenen bis zu 30 Minuten pro Brust dauern. Später sind es dann nur nach ca. 10 Minuten pro Seite.

Während des Stillens wird die Sauggeschwindigkeit des Babys immer langsamer. Das liegt an der sich ändernden Zusammensetzung und Konsistenz der Muttermilch. Sie wird nämlich immer fetter und somit auch dickflüssiger. Häufig wird eine Stillmahlzeit deshalb verglichen mit einem „3-Gänge-Menü“: Zuerst gibt es die Vorspeise, die vorwiegend den Durst löscht. Dann folgt die nahrhafte Hauptspeise, die den größten Hunger stillt. Und als Abschluss kommt das Dessert – eine Kombination aus Durstlöscher und Sattmacher.

Tipps zum Stillen: Richtig abnehmen

Im Mund des Kleinen herrscht beim Saugen ein Vakuum. Deshalb sollten Sie es nicht einfach von der Brust wegziehen, weil das Baby die Brustwarze  schmerzhaft lang ziehen würde. Die Tipps zum Stillen sind hier eindeutig: Sie können das Vakuum lösen, indem Sie den vorzugsweise kleinen Finger in einen Mundwinkel des Babys legen. Kommt Luft in das kleine Mündchen, lässt das Baby automatisch los und Sie können es von der Brust abnehmen.

Falls Sie während des Stillens die Position wechseln möchten, sollten Sie auf jeden ebenfalls vorher das Vakuum lösen, bevor Sie das Kind von der Brust nehmen und sich anders positionieren.

Tipps zum Stillen: Richtig satt werden

Das Kleine wird immer dann gestillt, wenn es Hunger zeigt. Der Stillrhythmus wird sich im Laufe der Zeit immer ein wenig verändern. Anfangs verlangt das Neugeborene öfter nach der Brust. Das liegt zum einen daran, dass der kleine Magen noch nicht so viel auf einmal fassen kann und es daher häufiger trinken muss, um satt zu werden.

Zum anderen ist die Vormilch, das sogenannte Kolostrum, ziemlich dünn, liefert aber dafür umso mehr Vitamine und Mineralstoffe. Das Kolostrum wird in den ersten Tagen nach der Geburt produziert und unterstützt den Mehrbedarf des Kleinen in dieser Phase. So kann es dazu kommen, dass Neugeborene ca. 8 bis 15 Mal täglich nach „Futter“ verlangen. Zwischen den Mahlzeiten liegen meist nie mehr als vier Stunden.

Tipps zum Stillen: Richtig erkennen

Je früher Sie die Zeichen dafür erkennen, desto stressfreier läuft das Ganze ab. Nach und nach erkennen Sie die Signale immer besser. So sollten Sie sich für das Stillen bereit machen, wenn Ihr Baby beginnt mit der Zunge zu spielen, Saug- oder Schmatzgeräusche macht oder leicht quengelt. Auch im Schlaf beginnt das Kleine dann unruhig zu wirken, mit Armen und Beinen zu zucken und mit den Augenlidern zu flattern.

Übrigens empfiehlt die WHO (Weltgesundheitsorganisation), dass Babys mindestens ein halbes Jahr lang voll gestillt werden sollen. Ein längeres Stillen ist allerdings ebenfalls gut für Ihr Kind.

Tipps zum Stillen: Richtig vermeiden

Auch wenn Frauen bereits seit Jahrhunderten stillen, kann es dabei zu Problemen kommen. Um diese zu vermeiden, sollten Sie sie kennen und folgende Tipps zum Stillen beherzigen:

  • Wunde Brustwarzen vermeiden: Wählen Sie anfangs unterschiedliche Positionen bei den einzelnen „Stilleinheiten“ und achten Sie dabei darauf, das Baby richtig anzulegen. So wird die Belastung auf unterschiedliche Bereiche der Brust verteilt. Während des Stillens sollten Sie zudem darauf achten, dass der Warzenhof zum großen Teil von Babys Mund umschlossen ist. Denn dadurch werden einerseits die Milchdrüsen besser stimuliert und andererseits vermeiden Sie ein Abdrücken der Milchkanäle durch die Kauleiste des Babys. Wenn Sie bemerken, dass das Kleine nur noch nuckelt und nicht mehr saugt, sollten Sie es von der Brust abnehmen. Manche Mütter sind überzeugt davon, dass wunde Brustwarzen vermieden werden, wenn Sie nach dem Stillen etwas Muttermilch darauf verreiben. Sollte es doch mal zu einer Entzündung der Brustwarze kommen, probieren Sie doch mal das rein pflanzliche und antibakterielle Wundöl „repatin N13“ aus. Es wirkt auf vielerlei Weise gegen Entzündungen.
  • Milchstau vermeiden: Dazu kann es kommen, wenn ein Milchgang verstopft. Das spüren Sie durch Verhärtungen in der Brust und manchmal auch durch leichtes Fieber bis 38,5 Grad. Achten Sie immer auf die richtige Stillposition und wechseln Sie diese, um einen Milchstau zu vermeiden. Ernähren Sie sich gesund, indem Sie beispielsweise keine ungesunden Fette verzehren. Mit sanfter Massage und feucht-warmen Wickeln können Sie einem Milchstau entgegenwirken. Verschwindet der Milchstau nicht, kann leicht eine Brustentzündung daraus entstehen.
  • Bakterielle Brustentzündung vermeiden: Eine Brustentzündung kann durch einen verstopften Milchgang bzw. einen unbehandelten Milchstau entstehen. Diese Beschwerden treten in einem stark begrenzten Bereich in der Brust auf. Es entstehen Schmerzen sowie eine Schwellung und die Brust ist heiß und rot. Vermeiden können Sie dies, indem Sie dafür sorgen, dass beide Brüste regelmäßig gut entleert werden – notfalls helfen Sie mit einer Milchpumpe nach. Trinken Sie immer ausreichend und versuchen Sie – so weit möglich – Stress und allzu großen Schlafmangel zu vermeiden. Sollten Sie den Verdacht einer Brustentzündung haben, sollten Sie sofort zum Arzt gehen.

Fazit: Vieles beim Stillen läuft ganz natürlich und automatisch ab. Wenn Sie noch dazu meine Tipps zum Stillen berücksichtigen, dürfte nichts mehr schief gehen. Bei Fragen und Problemen stehen Ihnen Ihre Hebamme, Doula oder der behandelnde Arzt gerne hilfreich zur Seite.