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Was sind die häufigsten Geburtskomplikationen?

Zuerst einmal sollten Sie wissen, dass die allermeisten Geburten vollkommen problemlos ablaufen. Deshalb sollten Sie sich keine Sorgen machen – und letztlich können Sie sich sowieso nicht auf alles vorbereiten. Während einige Probleme eher wahrscheinlich sind – beispielsweise bei Risikoschwangerschaften – sind andere Geburtskomplikationen nicht vorhersehbar. Zum Glück sorgen die moderne Medizin, erfahrene Geburtshelfer und Ihr natürlicher Mutterinstinkt dafür, dass Ihr Baby gesund zur Welt kommen kann.

Gut vorbereiten und informieren nimmt Ängste

Manchmal ist in der Schwangerschaft schon bekannt, dass bestimmte Risiken vorliegen. In dem Fall bereiten sich die Ärzte und Geburtshelfer gezielt auf möglicherweise auftretende Probleme vor. Aber auch, wenn es zu Geburtskomplikationen kommen sollte, die aufgrund einer völlig problemfreien Schwangerschaft nicht vorherzusehen waren, sind die Mediziner, Hebammen und andere Helfer gut auf die Entbindung und „überraschend“ Probleme eingestellt – fachliches Wissen, vorhandenes Equipment und langjährige Erfahrung machen es möglich.

Sinnvoll ist aber auch eine gute Geburtsvorbereitung – sei es mit einem entsprechenden Kurs oder auch mit organisatorischen Dingen. Zudem haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, sich die Wehen erträglicher zu machen und damit Ängste abzubauen. Ebenfalls hilfreich kann es sein, wenn Sie sich im Vorfeld darüber informieren, zu welchen Geburtskomplikationen es kommen kann. Wenn Sie wissen, dass Ärzte, Geburtshelfer etc. optimal auf solche Situationen eingestellt sind, gehen Sie bestimmt noch beruhigter an die Geburt heran. In diesem Sinne betrachten wir nun die häufigsten Geburtskomplikationen.

Da Sie während der Geburt fortwährend überwacht und betreut werden, können auch nicht vorhersehbare Probleme rechtzeitig erkannt und entsprechend reagiert werden. Ob und wie im weiteren Verlauf in die Entbindung eingegriffen wird, hängt von der jeweiligen Situation ab.

Ungünstige Lage des Babys – Geburtskomplikationen bei etwa 5 % der Geburten

Meistens dreht sich das Baby während des Geburtsvorganges selbstständig in die beste Geburtslage – nämlich mit dem Hinterkopf in Richtung Beckeneingang der Mutter. Es kann aber auch zu Lageanomalien kommen, wobei die Beckenendlage und die Querlage am häufigsten sind. Durch Abtasten stellt die Hebamme fest, ob das Kind richtig liegt. Erkennt sie eine Beckenendlage, ist das Kleine mit dem Steiß am mütterlichen Becken platziert. Jetzt kann zuerst einmal versucht werden, das Kind manuell oder auch durch „Beckenkreisen“ zu wenden.

Hilft dies nicht, kann der Einsatz einer PDA hilfreich sein. Diese entspannt die Muskulatur der Entbindenden, so dass sich das Baby möglicherweise doch noch in die richtige Lage bewegen kann. Gelingt dies nicht, wird die Geburt mittels Saugglocke oder Kaiserschnitt eingeleitet. Bei einer Querlage des Kindes wird grundsätzlich ein Kaiserschnitt erforderlich, da eine Spontangeburt nicht mehr möglich ist.

Schlechte Herztöne des Kindes – regelmäßige Überwachung sorgt für Sicherheit

Während der Geburt werden die Herztöne des Kleinen mittels CTG überwacht bzw. aufgezeichnet oder von der Hebamme abgehört. Denn die Herzfrequenz des Babys gibt Aufschluss darüber, wie gut es mit Sauerstoff versorgt wird. Abweichungen beim Herzmuster des Kindes können auf eine Stresssituation infolge von einer Unterversorgung, einer Umschlingung mit der Nabelschnur oder auch von Wehenstörungen hinweisen.

Ob und wie bei diesen möglichen Geburtskomplikationen medizinisch eingegriffen wird, hängt davon ab, wie lange die Geburt bereits dauert bzw. wie weit sie fortgeschritten ist. Denn in den letzten Minuten kommt das Baby gut mit Stress zurecht, jedoch nicht über mehrere Stunden. Aufgrund der Überwachung können mögliche Gefahren rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Bei einem drohenden Sauerstoffmangel ist ein sofortiger Eingriff seitens der Ärzte erforderlich.

Muttermund bleibt verschlossen – verschiedene Gründe sind möglich

Bei einer Geburt öffnet sich der Muttermund normalerweise in dem Moment, wenn ausreichend Druck auf ihn ausgeübt wird – beispielsweise durch die Fruchtblase oder den Kopf bzw. den Steiß des Babys. Dieser Druck wiederum wird mithilfe der Wehen erzeugt. Zu Geburtskomplikationen kann es kommen, wenn der Muttermund zu fest ist oder nicht stark genug darauf gedrückt wird.

Ein zu fester Muttermund kann beispielsweise mittels Entspannung gelöst werden. Eine weitere Möglichkeit ist, die Wehen mithilfe von Wehenhemmern bzw. einer PDA zu vermindern. Ein zu geringer Druck auf den Muttermund wiederum kann durch zu schwache Wehen verursacht werden. Hier wird manchmal ein Wehentropf eingesetzt, um die Wehen zu unterstützen.

Unregelmäßige Wehen: Geburtskomplikationen hemmen die Geburt

Normale Wehen sorgen dafür, dass die Geburt kontinuierlich vorangeht. Unregelmäßige oder schwache Wehen hingegen wirken ermüdend für Mutter und Baby. Dauern die Wehen sehr lange, sind manche Entbindende in der Austreibungsphase zu erschöpft zum notwendigen Pressen. Zudem kann es bei einer Wehenschwäche zu langen Pausen oder zu schwachen bzw. zu kurzen Wehen kommen. Das wiederum bewirkt einen mangelnden Fortschritt der Geburt oder auch einen Geburtsstillstand.

Je nach Situation haben Ärzte und Geburtshelfer verschiedene Möglichkeiten, den Geburtsvorgang zu unterstützen. So werden manchmal Akupunktur oder homöopathische Mittel eingesetzt, häufiger werden aber – je nach Wehenverlauf – wehenfördernde bzw. wehenhemmende Medikamente gegeben. Im Endstadium der Geburt kommen möglicherweise auch Zange oder Saugglocke zum Einsatz, wenn sich Babys Köpfchen zeigt. Falls der Geburtsprozess über längere Zeit ins Stocken gerät, kann gegebenenfalls ein Kaiserschnitt die beste Lösung sein.

Geburtskomplikationen mit der Nabelschnur – Vorfall und Umschlingung

Zu einem Nabelschnurvorfall kommt es nur äußerst selten – er tritt nur bei 0,5 % der Geburten auf. Dabei wird die Nabelschnur zusammengedrückt und nicht mehr gut durchblutet. Dies verschlechtert die Sauerstoffversorgung des Babys und ist für das Kleine lebensbedrohlich. Verursacht werden kann dies u.a. durch einen unerwarteten Blasensprung, weshalb Sie in einem solchen Fall unbedingt mit Ihrem Arzt bzw. der Hebamme in Kontakt treten müssen. Eine Fahrt ins Krankenhaus – den Sie idealerweise liegend absolvieren – ist hier unumgänglich.

Etwa 20 % der Geburten gehen mit einer Nabelschnurumschlingung einher. Dabei schlingt sich die Nabelschnur um Babys Körper oder auch seinen Hals. Glücklicherweise ist die Nabelschnur enorm dehnbar und es besteht nicht unbedingt eine Gefahr der Mangeldurchblutung beim Kind. So kann die Geburt weiter ganz normal verlaufen. Bei der Hälfte der Fälle allerdings kann die Umschlingung mit der Nabelschnur zu Durchblutungsstörungen beim Kind führen. Hier kann ein Kaiserschnitt erforderlich werden.

Probleme mit der Plazenta – selten, erfordern aber schnelle Handlung

Geburtskomplikationen durch die Plazenta können gefährlich für Mutter und Baby sein, weshalb zügig gehandelt werden muss. So kann die Plazenta zu tief sitzen und den Muttermund bzw. den Weg in den Geburtskanal für das Kleine versperren. Dies wird heutzutage bereits meist während einer Ultraschalluntersuchung vor den Wehen festgestellt. In diesen Fällen ist ein Kaiserschnitt unvermeidbar. Es kann aber auch zu einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta kommen, was mit starken Blutungen verbunden ist. Die Geburtshelfer werden dann die Geburt beschleunigen und so schnell wie möglich beenden – notfalls mit Zange, Saugglocke oder Kaiserschnitt.

Ein weiteres Problem ist die Plazentainsuffizienz. Dabei ist die Funktion der Plazenta gestört, so dass das Ungeborene nicht ausreichend mit Nährstoffen, Sauerstoff und/oder Antikörpern versorgt wird. Ist die Plazentainsuffizienz chronisch, kann dies das Wachstu des Kindes während der Schwangerschaft verzögern. Eine akute Plazentainsuffizienz stellt einen Notfall dar und die Geburt muss so schnell wie möglich erfolgen.

Störungen nach der Geburt – der Mutterkuchen wird nicht ausgestoßen

Auch in der Nachgeburtsphase kann es noch zu Geburtskomplikationen kommen. Deshalb werden Sie auch nach der Entbindung gut beobachtet, um rechtzeitig reagieren zu können. Treten beispielsweise starke Blutungen auf, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass der Mutterkuchen nur unvollständig oder gar nicht ausgestoßen wird. Doch solange sich die Gebärmutter nicht völlig entleeren kann, ist sie auch nicht in der Lage, die entstandene Wunde wieder zu verschließen. Der Blutverlust kann hier gefährlich groß werden.

In diesen Fällen können wehenfördernde Maßnahmen hilfreich sein, damit sich der Mutterkuchen löst und die Gebärmutter sich wieder fest zusammenziehen kann. Eingesetzt werden können zudem bestimmte Handgriffe, ein Eisbeutel auf dem Unterbauch, aber auch Akupunktur oder Medikamente. Hilft das nicht, muss der restliche Mutterkuchen entweder mit der Hand oder mit einer Ausschabung gelöst bzw. entfernt werden. Dies kommt aber nicht häufig vor.

Fazit: Unvorhersehbare Geburtskomplikationen treten nur sehr selten auf. Kommt es dennoch dazu, werden sie meist frühzeitig entdeckt, so dass Ärzte und Geburtshelfer entsprechende Maßnahmen einleiten können.