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8 Mal bequem Stillen: Die beste Stillposition finden

Eine passende Stillposition ist wichtig, damit das Anlegen, Trinken und Schlucken bei dem Kleinen richtig gut funktioniert. Natürlich sollen Mutter und Kind sich dabei auch wohl fühlen und eine bequeme Haltung haben. Es gibt keine grundsätzlichen Regeln, doch ausreichend Erfahrungen darüber, in welchen Stillpositionen das Stillen am besten funktioniert.

Entspannung ist die „halbe Miete“

Welche der Stillpositionen Sie auch einnehmen, eines ist wichtig: Sie und Ihr Kleines müssen es bequem haben und entspannt sein. Denn schließlich verharren Sie einige Zeit in dieser Haltung. So kann es in den ersten Tagen nach der Geburt oder auch nachts angenehmer sein, im Liegen zu stillen. Unterwegs ist das Stillen im Sitzen sinnvoll, da Sie dafür überall ein ruhiges Plätzchen finden. In manchen Situationen bieten sich wiederum andere spezielle Stillpositionen an. Zudem sollten Sie bei den einzelnen Mahlzeiten die Positionen regelmäßig wechseln – also mal in Wiegehaltung, mal im Rückengriff etc. stillen. Damit beugen Sie wunden Brustwarzen und Milchstau vor.

Achten Sie darauf, das Baby gut zu unterstützen – entweder mit Ihren Armen oder mit Hilfsmitteln. Das Kleine sollte eine entspannte Körperhaltung haben, damit es in Ruhe trinken kann. So sollte der untere Arm des Babys unter dem Arm liegen, mit dem Sie das Baby halten. Probieren Sie verschiedene Varianten aus, die für Sie und das Baby am bequemsten sind. Auch Ihren Haltearm sollten Sie unterstützen, damit er während der Mahlzeit nicht erlahmt, die Schultern locker bleiben und der Rücken nicht verspannt.

  1. Zurückgelehnte Stillposition für Saugreflex

Sie ist nicht ganz so verbreitet wie andere Stillpositionen, aber dennoch sehr natürlich. Denn die zurückgelehnte Stillposition aktiviert bei Ihrem Kleinen  den angeborenen Saugreflex sehr gut und erleichtert ihm das eigenständige „Andocken“ an der Brust.

In dieser Position ist Ihr Oberkörper leicht aufgerichtet, die Beine sind hochgelegt. Wenn Sie möchten, stützen Sie dabei Ihren Kopf und Nacken mit einem Kissen ab oder nutzen eine Wand zum Anlehnen des Kopfes. Ihr Baby legen Sie nun etwa in Höhe Ihrer Brust bäuchlings auf Ihren Bauch. Das Kleine wird ganz intuitiv nach Ihrer Brust suchen und von alleine gut erfassen. In dieser Position reicht es aus, den Arm schützend um das Baby zu legen, damit es nicht zur Seite wegrollt. Manchmal kann es sinnvoll sein, die Stirn des Kleinen leicht abzustützen.

Die zurückgelehnte Stillposition ist sehr gut für die ersten Lebenswochen geeignet, denn sie unterstützt die Reflexe des Neugeborenen beim Suchen und Erfassen der Brust auf natürliche Weise.

  1. Rückengriff – Stillposition nach Kaiserschnitt

Diese Stillposition wird auch als „Footballhaltung“ bezeichnet, denn dabei wird das Baby wie ein Football – oder für die Damenwelt vielleicht besser wie eine Handtasche – seitlich unter den Arm „geklemmt“. Dabei ragen die Füße des Kleinen hinter dem Arm in Richtung Ihres Rückens hervor, während seine Nase sich auf Höhe der Brustwarze befindet.

Setzen Sie sich auf einen bequemen Sessel oder Stuhl und legen Sie sich ein Stillkissen auf den Schoß. Nun nehmen Sie das Baby auf der Stillseite unter Ihren Arm und legen das Köpfchen auf dem Stillkissen in Brusthöhe ab. Der Rücken des Kleinen wird von Ihrem Unterarm gestützt, während Babys Kopf und Schultern von Ihrer Hand gehalten wird. Mit einem weiteren Kissen können Sie bei Bedarf Po und Beine etwas stützen. Achten Sie darauf, das Baby nicht zu stark gegen die Brust zu drücken, weil dadurch das Trinken erschwert werden oder sich das Kleine eingeengt fühlen könnte.

Der Rückengriff ist u.a. gut für Frauen mit großem Busen, für Zwillingsmamas oder nach einem Kaiserschnitt geeignet. Letzteres vor allem deshalb, weil dadurch Ihre Wunde am Bauch nicht belastet wird.

  1. Wiegehaltung – klassische Stillposition

Die Wiegehaltung gehört zu den klassischen Stillpositionen. Sicherlich haben Sie auch schon an sich selbst beobachtet, wie Sie beim Halten oder Stillen Ihres kleinen Lieblings ganz intuitiv diese Haltung einnehmen. Lediglich nach einem Kaiserschnitt kann die Wiegehaltung unangenehm sein, da das Baby auf die Wunde drücken kann.

Sie sitzen auf einem bequemen Stuhl oder Sessel – möglichst mit Armlehnen. Ein Stillkissen leistet zudem nützliche Hilfe. Auf der Trinkseite halten Sie das Babyköpfchen vor Ihrer Brust in Ihrer Armbeuge, so dass es leicht an die Brustwarze gelangen kann. Der Körper des Kleinen liegt auf dem Kissen auf Ihrem Schoß, Bauch an Bauch mit Ihnen. Die kleinen Knie sind Ihnen zugewandt und der Körper wird von Ihrem anderen Arm leicht umfasst. Sie können dabei Babys Knien sanft an Ihren Körper drücken. Stützen Sie Ihre Unterarme auf dem Kissen und/oder den Armlehnen ab, sonst beginnen sie irgendwann zu ermüden und zu schmerzen.

Wichtig ist, dass Sie sich beim Stillen nicht nach vorne lehnen, sondern das Kind in Richtung zu Ihrer Brust bewegen und halten. Kissen und Armlehnen helfen Ihnen dabei.

  1. Kreuzgriff – für besseres „Andocken“

Diese Stillposition wird auch Kreuz-Wiegegriff genannt und ist eine Abwandlung des Wiegegriffs, mit Teilen aus dem Rückengriff. Der größte Unterschied zum Wiegegriff ist, dass Sie das Köpfchen mit der Hand und nicht mit der Armbeuge halten. Zum Rückengriff unterscheidet sich diese Position u.a. dadurch, dass der Körper des Babys auf Ihrem Schoß liegt und nicht am Körper vorbei geführt wird.

Auch der Kreuzgriff ist eine der Stillpositionen, die Sie am besten im bequemen Sitzen ausführen. Ebenfalls wird hierbei ein Stillkissen genutzt oder die Armlehnen zu Hilfe genommen. Wollen Sie Ihr Baby nun mit der rechten Brust stillen, halten Sie es mit dem linken (Unter)Arm, während sein Köpfchen von Ihrer linken Hand gehalten wird. Entsprechend gilt dies anders herum für die linke Brust. Gesicht, Brust und Bauch des Babys zeigen in Ihre Richtung. Nun können Sie mit Daumen und Fingern – etwa unterhalb der Augen – den Hinterkopf des Kleinen greifen und es sanft in Richtung Brustwarze führen.

Der Kreuzgriff eignet sich besonders gut, wenn es Probleme beim Anlegen gibt, denn mit den oben geschilderten Bewegungen können Sie dem Baby das „Andocken“ erleichtern und gezielt mit dem Mund zur Brustwarze führen. Manche Babys sind irritiert, wenn ihr Kopf beim Saugen von Mamas Hand berührt wird. Legen Sie in diesem Fall eine Stoffwindel oder Tuch zwischen Ihre Hand und Babys Köpfchen.

  1. Seitenlage – in den ersten Wochen

In der Seitenlage zu stillen, ist vor allem in den ersten Wochen nach der Geburt sehr angenehm, wenn Sie vielleicht noch etwas erschöpft sind. Auch nachts bietet sich diese Stillposition an. Ebenfalls sinnvoll ist das Stillen in der Seitenlage, wenn Sie mit Kaiserschnitt entbunden haben oder eine Geburtsverletzung nicht vermeiden konnten und deshalb nun die Wunde durch Dammschnitt oder Dammriss schonen müssen. Toll ist zudem, dass Ihr Baby die ganze Zeit neben Ihnen liegt und Sie sich direkt anschauen können.

Sie liegen in seitlicher Position und ziehen Ihr Baby zu sich heran in Richtung Brust, Sie liegen nun beide Bauch an Bauch. Entweder halten Sie Babys Köpfchen mit Ihrem unteren Arm oder stützen Ihren eigenen Kopf damit, dann halten Sie den Babykopf mit der anderen Hand. Mit Kissen an verschiedenen Stellen können Sie Ihre Position bequemer machen – als Stütze im Rücken, unter dem Kopf, zwischen Kopf und Schultern oder auch zwischen den angewinkelten Knien. Probieren Sie einfach aus, womit Sie sich am wohlsten fühlen. Auch die Lage des Kleinen können Sie mithilfe einer Decke oder einer Kissen- bzw. Handtuchrolle optimieren und stabilisieren.

Wenn Sie Ihrem Baby noch die andere Brust reichen wollen, lösen Sie es sanft, legen sich das Kleine auf Ihre Brust und rollen mit ihm zusammen auf die andere Seite. Oder probieren Sie, Ihre Hüfte, Schulter und das obere Bein mit angewinkeltem Knie so nach vorne zu schieben, dass das Baby die „obere“ Brust gut erreichen kann und Sie selbst bequem liegen.

  1. Umgekehrte Seitenlage als Kombination

Die umgekehrte Seitenlage ist eine Kombination der Seitenlage. Die meisten Erläuterungen gelten wie oben. Unterschied:

In der umgekehrten Seitenlage liegen die Beinchen des Babys in die andere Richtung. Zum Stützen des Kleinen können Sie entweder die obere oder die untere Hand auf Rücken oder Köpfchen legen und/oder Hilfsmittel – wie beschrieben – verwenden.

  1. Seitenlage im bequemen Wiegegriff

Dies ist wieder eine Kombination aus zwei Stillpositionen: dem Wiegegriff und der Seitenlage.

Sie liegen bequem, abgestützt mit Kissen oder ähnlichem und halten Ihr Kleines dabei im Wiegegriff (wie oben erläutert). Dabei können Sie den von Babys Köpfchen abgewandten Arm bequem auf dem Bett abstützen.

  1. Hoppe-Reiter-Sitz – gegen Babys Bauchweh

Diese Stillposition wird wieder sitzend ausgeführt.

Sie sitzen bequem auf einem Stuhl oder Sessel und Ihr Baby sitzt rittlings auf Ihrem Oberschenkel mit dem Mund in Höhe Ihrer Brust. Rücken und Kopf des Kleinen werden von Ihrem Arm gut gehalten, besonders bei Neugeborenen müssen Sie sehr gut stützen. Sie selbst sitzen angelehnt und beugen sich NICHT nach vorne. Es gilt wie immer: Das Baby kommt zur Brust, nicht umgekehrt.

Der Hoppe-Reiter-Sitz eignet sich gut, wenn bei Ihnen ein starker Milchspendereflex vorliegt oder Sie einen Milchstau im unteren Brustbereich haben. Außerdem macht diese Stillposition Sinn, wenn das Baby eine verstopfte Nase hat, weil es in der aufrechten Position besser atmen kann. Bei Säuglingen, die nach dem Stillen oft Bauchweh haben, kann der Hoppe-Reiter-Sitz ebenfalls hilfreich sein. Denn in dieser Position schluckt das Kleine automatisch weniger Luft und kann besser aufstoßen.

Fazit: Nun kennen Sie einige sehr hilfreiche Stillpositionen. Denken Sie aber auch daran: Nichts ist in Stein gemeißelt. Es kann durchaus sein, dass Sie manche Nuancen in der Körperhaltung für sich und Ihr Kleines angenehmer finden – hier können Sie nur ausprobieren und darauf achten, wie gut es funktioniert. Übrigens: Wie Sie Ihr Baby richtig anlegen, von der Brust wieder abnehmen und weitere Tipps zu Stillen erfahren Sie in Kürze. Sollte es beim Stillen zu wunden Brustwarzen kommen, empfehle ich Ihnen „repatin N13“. Dieses sehr milde Wundheilungsöl ist rein pflanzlich, es kann Wunden pflegen und schützen und Beschwerden wie Brennen und Schmerzen lindern.