25
Jul
2017
0
Heilung bei Dammschnitt

Wie lange dauert die Heilung bei Dammschnitt …

und was kann ich dafür tun, um diese zu beschleunigen? Diese Fragen beschäftigen viele Frauen, bei denen eine Geburtsverletzung nicht zu vermeiden war, denn eine Geburt mit Dammriss, Dammschnitt & Co. bringt einige Einschränkungen mit sich. Die Heilung bei Dammschnitt hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann von Ihnen durch bestimmte Maßnahmen unterstützt werden.

Dauer der Heilung bei Dammschnitt

Zuerst einmal möchte ich kurz klären, warum wir beim Thema Heilung bei Dammschnitt auch von anderen Geburtsverletzungen sprechen. Ein Dammriss beispielsweise entsteht im gleichen Bereich wie der Dammschnitt – nämlich am Damm. Dabei sind die Wunden zwar unterschiedlich groß und können in verschiedenen Bereichen auftreten – das trifft aber auf jede Geburtsverletzung zu. Gleichzeitig gibt es wesentliche Gemeinsamkeiten: Meist muss genäht werden, die Maßnahmen zur beschleunigten Heilung sind im Prinzip gleich und müssen auf das Milieu im Intimbereich abgestimmt sein. Das gilt auch für einen Scheidenriss oder eine Analfissur.

Die Heilung bei Dammschnitt & Co. hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zuerst einmal geht es natürlich um die Größe der Wunde, aber auch die Position kann entscheidend sein. Bei einem Dammriss beispielsweise reißt oft die Haut nur so weit ein, wie es nötig ist, damit das Babyköpfchen hindurchpasst. In der Regel werden dabei auch weniger Blutgefäße und Muskeln beschädigt. Ein Dammschnitt dagegen kann schon mal größer ausfallen als notwendig und an einer Stelle ausgeführt sein, die für eine Heilung eher ungünstiger ist. Wichtig ist zudem, wie gut der Arzt danach die Wunde vernäht hat und wie stark Ihre Selbstheilungskräfte wirken.

Heilung bei DammschnittErfahrungsgemäß heilt ein Dammriss schneller als ein Dammschnitt, weshalb viele Experten heute verstärkt von einem routinemäßigen Dammschnitt abraten. Einen Dammschnitt verweigern können Sie zwar in dem Sinne nicht, aber Sie können einige Vorkehrungen treffen, damit er wirklich nur im Notfall durchgeführt wird. Vermerken Sie beispielsweise Ihre Einstellung zum Dammschnitt in Ihrem Geburtsplan und erkundigen Sie sich nach der Dammschnittrate der Klinik.

Um nun einmal ein paar Zahlen zu nennen – für die ich natürlich keine Garantie übernehmen kann: In vielen Fällen fallen die Fäden nach 10 bis 14 Tagen von alleine aus. Manchmal kann die Hebamme bereits früher an einigen Stellen Knoten oder ähnliches herausschneiden, wenn diese besonders unangenehm drücken oder ziepen. Erfahrungsgemäß geht man von einer oberflächlichen Heilung bei Dammschnitt nach ca. 14 Tagen aus. In der Regel hat sich die Wunde nach 6 bis 8 Wochen regeneriert, die Schwellung ist abgeklungen und Sie sind fast völlig beschwerdefrei.

Heilung bei Dammschnitt unterstützen

Sollte bei Ihnen geschnitten worden oder der Damm spontan gerissen sein, können Sie durch bestimmte Verhaltensweisen und sanfte Anwendungen die Schmerzen lindern und die Heilung bei Dammschnitt beschleunigen:

  • Das Kühlen der Wunde beschreiben viele Betroffene oft als sehr wohltuend. Damit lindern Sie die Schmerzen und sorgen für ein Abklingen der Schwellung. Sie können dafür Verschiedenes verwenden, beispielsweise eine Kühlkompresse oder -pad sowie Topfen- oder Quarkpack aus der Apotheke, aber auch ins Eisfach gelegte Binden oder mit Wasser gefüllte Kondome sind geeignet. Wichtig ist nur, dass Sie das Ganze vor dem Auflegen auf die Wunde mit Stoff umwickeln, beispielsweise einem Handtuch.
  • Extrakte aus verschiedenen Heilkräutern versprechen ebenfalls eine sanfte Hilfe – sie können schmerzlindernd, kühlend, reinigend und entzündungshemmend wirken. Dazu zählen beispielsweise Hamamelis, Ringelblume, Eichenrinde oder Frauenmantelkraut. Sie können mit diesen Pflanzen ein 10- bis 15-minütiges Sitzbad mit 35 °C warmem Wasser machen. Falls Sie keine entsprechende Wanne haben, ist auch folgendes möglich: Ziehen Sie eine ausreichend große und stabile Plastik- bzw. Mülltüte über den Toilettenring und füllen Sie Wasser und Heilkrautextrakt dort hinein. Nun können Sie – sitzend auf der Klobrille – Ihre Wunde darin baden. Alternativ sind auch Kompressen mit den o.g. Heilkräutern möglich: Vermischen Sie 1 TL Pflanzenextrakt mit 100 ml handwarmem Wasser. Tauchen Sie eine Binde oder ein Tuch hinein, auswringen und dann für 20 Minuten auflegen. Das können Sie bis dreimal täglich machen.
  • Enorm wichtig für die Heilung bei Dammschnitt und anderen Geburtsverletzungen ist die Hygiene. Beim Toilettengang ist es sowohl wohltuend als auch hygienischer, wenn Sie direkt beim Wasserlassen oder kurz danach sofort mit lauwarmem Wasser nachspülen, gerne mit einem Heilkrautextrakt vermischt. Weitere Tipps sind Bauchmassagen, eine ballaststoffreiche Ernährung und viel trinken. Ausführlicher lesen Sie das Ganze im verlinkten Beitrag. Für eine gute Hygiene sollte das regelmäßige Wechseln der Binden selbstverständlich sein.
  • Es gibt natürlich auch verschiedenste Salben, die Sie zur Linderung der Schmerzen auf die Wunde geben können. Die meisten Produkte erfüllen zwar diesen Zweck, tragen aber nichts oder nur sehr wenig zur Heilungsunterstützung bei. Anders das natürliche und milde Pflanzenöl prorepatin. Das Öl legt sich als Schutzfilm über die Wunde und hält Feuchtigkeit sowie Bakterien von der Wunde fern. Gleichzeitig sorgt die pflanzliche Ölmischung mit ihrer trocknenden Wirkung dafür, dass die bereits in der Wunde befindlichen Keime vermindert werden. Schmerzen werden gelindert und die Wundheilung beschleunigt.

Fazit: In der Regel dauert die Heilung bei Dammschnitt etwa 8 Wochen – dann sind die meisten Beschwerden verschwunden. Erfahrungsgemäß heilt ein Dammriss sogar noch besser und schneller. Sie selbst können einiges für ein schnelleres Abheilen tun und dabei auf viele milde und natürliche Methoden und Mittel zurückgreifen.

Ein Kommentar verfassen