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Apr
2017
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Schmerzen nach einem Dammschnitt

Was tun bei Schmerzen nach einem Dammschnitt?

Nun ist es doch passiert: Trotz guter Vorbereitung auf die Geburt – beispielsweise durch Dammmassage oder andere Maßnahmen, einen Geburtsverletzung zu vermeiden, musste bei Ihnen geschnitten werden. Und nicht nur das – Sie leiden auch noch unter Schmerzen nach einem Dammschnitt. Zum Glück gibt es einfache und wirksame Hilfsmaßnahmen zur Linderung der Geburtsverletzung.

Das kann bei Schmerzen nach einem Dammschnitt helfen
  • Kühlen: Dafür können Sie Kompressen bzw. Gelkissen verwenden, die Sie bitte vor dem Auflegen noch mit einem Handtuch oder ähnlichem umwickeln. Empfohlen wird auch, ein Kondom oder einen Gefrierbeutel mit Quark zu füllen und diese vor dem Auflegen in den Kühlschrank zu tun. Hilfreich kann zudem sein, wenn Sie die Binden und Einlagen vorm Benutzen in den Kühlschrank legen, da das kühlende Gefühl beruhigend wirkt.
  • Schmerzen nach DammschnittWechseln: Binden und Einlagen sollten Sie mindestens alle vier Stunden wechseln und sich jeweils vorher und nachher die Hände waschen. Die Binde sollte im Slip nicht hin und her rutschen, weil dadurch Reibung entsteht. Nutzen Sie nur Einlagen ohne Plastikfolie, weil sich sonst die Feuchtigkeit staut und der Heilungsprozess dadurch verlangsamt wird.
  • Schützen: Der natürliche Ölmix prorepatin bildet auf der Haut um die Naht herum einen sanften Schutzfilm. So wird dieser empfindliche Bereich besonders gut vor Bakterien und Keimen geschützt und hat die Möglichkeit, sich wesentlich besser und schneller zu regenerieren. Zudem lindert die Ölmischung die Schmerzen nach einem Dammschnitt.
  • Ernähren: Um den Stuhlgang zu erleichtern, sollte dieser so weich wie möglich sein. Das erreichen Sie durch ballaststoffreiche Ernährung – beispielsweise mit viel frischem Obst und Gemüse sowie Trockenfrüchten. Außerdem sollten Sie viel Wasser und Tee trinken.
  • Baden: Ein Sitzbad in Kamille, Calendula, Teebaumöl oder Eichenrindenextrakt bringt für 90 % der Frauen Erleichterung und beschleunigt zudem die Wundheilung. Lassen Sie in die Wanne ca. 10 Zentimeter lauwarmes Wasser ein und geben Sie die pflanzlichen Mittel hinzu. Bleiben Sie aber nur einige Minuten im Wasser sitzen, weil sonst die Naht aufweichen kann. Im Zweifel befragen Sie bitte Ihre Hebamme. Nach dem Baden trocknen Sie die Wunde vorsichtig ab und tupfen dabei von vorne nach hinten, damit keine Darmkeime in die Scheide gelangen. Sie können das Gebiet auch mit einem Haarfön sanft trocken.
  • Reinigen: Nach dem Stuhlgang verwenden Sie möglichst kein Toilettenpapier, sondern säubern sich mit warmem Wasser. Danach – wie gerade beschrieben – den Bereich gut trocknen.
  • Verdünnen: Damit der Urin beim Wasserlassen nicht so an der Wunde brennt, können Sie während des Urinierens warmes Wasser über den Damm laufen lassen.
  • Lüften: Es ist gut und auch angenehm, wenn viel frische Luft an die Naht der Geburtsverletzung kommt. Das trägt zu einer schnelleren Heilung der Wunde bei und lässt sie „atmen“. Wenn Sie die Möglichkeit haben, legen Sie sich einige Zeit ohne Slip ins Bett oder aufs Sofa – selbstverständlich auf eine geeignete Unterlage wie einige alte Handtücher oder eine saugfähige Bettauflage.
  • Schonen: Nehmen Sie sich so oft es geht die Zeit, zur Ruhe zu kommen. Achten Sie darauf, was Ihnen gut tut und was nicht. Wenn Sie beispielsweise langes Sitzen und stehen zu sehr anstrengt, vermeiden Sie es wann immer möglich. Beim Stillen sollten Sie bequem sitzen oder versuchen, sich dabei auf die Seite zu legen. Ihr Körper braucht Schonung und Entspannung, um besser und schneller heilen zu können. Wenn Sie wieder zu Kräften kommen und ausreichend Energie tanken, werden auch Ihre Selbstheilungskräfte aktiver und Sie fühlen sich schneller wieder fit. So können Sie sich bald voll und ganz auf Ihr Baby konzentrieren.
  • Trainieren: Wenn die Schmerzen verschwunden sind und Sie sich in der Lage dazu fühlen, geht es los mit dem Beckenbodentraining. Ihre Hebamme kann Ihnen spezielle Übungen zeigen, welche die Beckenbodenmuskulatur stärken und die Blutzirkulation im Beckenbereich anregen. Durch das Training können Sie die Heilung von Nähten und Schnitten beschleunigen.
  • Einnehmen: Wenn es nicht anders geht, nehmen Sie in den ersten Tagen Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol in der empfohlenen Dosis. Auch homöopathische Mittel helfen bei einer Geburtsverletzung. So hat sich Bellis perennis D6 (Gänseblümchen) bei starken Wundschmerzen und dem Fördern der Wundheilung bewährt. Calendula D6 (Ringelblume) soll die Naht schneller verheilen lassen und die Bildung von neuem Gewebe unterstützen. Empfohlen wird jeweils die Einnahme von 5 Globuli dreimal täglich.

Fazit: Welche dieser Maßnahmen gegen die Schmerzen nach einem Dammschnitt bei Ihnen hilfreich ist, können Sie nur selbst ausprobieren. Leider gibt’s natürlich keine Garantie dafür, dass es auch wirklich funktioniert. Wenn es einfach nicht besser werden will, Sie Fieber bekommen oder sich unwohl fühlen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder der Hebamme.

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