25
Apr
2017
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Ernährung nach der Geburt

Ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt

Auch wenn Sie nach dem „freudigen Ereignis“ alle Hände voll zu tun haben, freut es mich sehr, dass Sie sich hier informieren, wie Sie sich nun am besten ernähren können. Glauben Sie mir: Die investierten wenigen Minuten lohnen sich! Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt bringt viele Vorteile mit sich – für Ihre Figur, Ihre Verdauung und Ihr Wohlbefinden.

Ballaststoffe: Ganz oben auf der Liste

Ernährung nach der GeburtIn der Zeit als frischgebackene Mama denken Sie verständlicherweise nicht zu allererst daran, was nun auf Ihrem Speiseplan stehen sollte – da dreht sich erst einmal alles um den süßen Neuzuwachs. Dennoch haben Sie offensichtlich erkannt, wie wichtig eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt ist. Denn schließlich wollen und müssen Sie fit sein und sich wohl fühlen, damit Sie sich perfekt um Ihren Nachwuchs kümmern können.

Wichtig sind jetzt natürlich Vitamine, Mineralstoffe und andere wertvolle Nährstoffe, die Ihrem Körper das zurückgeben, was er in Schwangerschaft und Geburt in mehr oder wenigen großen Mengen abgegeben bzw. verloren hat. Mit ganz oben auf der Liste stehen auch die Ballaststoffe. Und Sie erfahren gleich, warum das so ist.

7 Gründe für eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt
  1. Ballaststoffe blockieren die Arbeit fettverdauender Dadurch nimmt Ihr Körper weniger Fett aus der Nahrung auf und Sie kommen schneller und leichter wieder in die „alte Form“.
  2. Gleichzeitig füllen Ballaststoffe den Magen und sättigen dadurch sehr gut – und das mit einer geringen Kalorienzahl. So kommen Sie nicht so leicht in Versuchung von kalorienreichen Naschereien.
  3. Durch die enthaltenen Ballaststoffe kauen Sie die Nahrung intensiver. Das wiederum regt eine bessere Verwertung der Nährstoffe an, die Ihr Körper jetzt besonders dringend braucht. Außerdem wird dadurch die Verdauung verbessert.
  4. Ballaststoffe erleichtern Ihnen zudem das Leben, wenn Sie eine Geburt mit Dammriss & Co. hatten. Konnte man eine Geburtsverletzung nicht vermeiden, dann sorgen Ballaststoffe dafür, dass der Stuhl weicher wird. Das erleichtert vor allem den Toilettengang nach einem Dammschnitt oder Dammriss.
  5. Auch die Darmperistaltik wird durch eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt angeregt und damit eine gesunde Verdauung sowie regelmäßige Stuhlentleerung gefördert.
  6. Zudem hemmen Ballaststoffe die Ansiedlung von Darmpilzen und verhindern, dass sich schädliche Substanzen in den Darmschleimhäuten ablagern. Das reinigt und stärkt den Darm, der wichtig für ein gesundes Immunsystem und die Abwehr von Krankheitserregern ist.
  7. Dafür sorgt auch die entgiftende Eigenschaft von Ballaststoffen. Diese absorbieren nämlich Gifte und andere unerwünschte Substanzen und beschleunigen deren Ausscheidung.
Gute und weniger gute Ballaststoffe

Nicht alles, was als ballaststoffreich angepriesen wird, ist auch wirklich immer gut verträglich und förderlich für die Gesundheit. So sind isolierte Ballaststoffe wie sie beispielsweise in Kleie enthalten sind, in meinen Augen keine vollwertigen Lebensmittel. Auch die Ballaststoffe in Getreide und Hülsenfrüchten sollten Sie meiner Meinung nach nur als Beilage und niemals als Hauptnahrungsmittel verzehren. Wobei es immer auch darauf ankommt, wie gut Sie das Ganze vertragen – hier ist einmal mehr Eigenverantwortung und Selbstbeobachtung gefragt.

Wenn Sie beispielsweise geschrotetes oder eingeweichtes Getreide verzehren, kann es zu Unverträglichkeiten kommen. Denn diese enthalten u.a. schwer verdauliche Pflanzenstoffe, zu denen beispielsweise die Lektine gehören. Umgehen können Sie die Problematik, indem Sie das Getreide keimen lassen. Dadurch werden nämlich Lektine & Co. zum Großteil abgebaut und schon sind die unangenehmen „Nebenwirkungen“ verschwunden. Wichtig ist meines Erachtens zudem, dass Sie möglichst immer ganze Lebensmittel verzehren und keine isolierten Substanzen oder Teilnahrungsmittel. So können Pektine in Pulverform beispielsweise die Darmflora irritieren. Verzehren Sie aber einen knackigen Apfel, der sehr pektinreich ist, tun Sie Ihrem Darm wesentlich mehr Gutes.

Die besten Lebensmittel für eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt

Nun schauen wir uns einmal an, was Sie als frischgebackene Mama am besten auf Ihren Speiseplan setzen:

  • frisches Obst und Beeren (z.B. Apfel, Birne, Pfirsich)
  • Trockenfrüchte (z.B. Trockenpflaumen, Datteln)
  • frisches Gemüse (z.B. Brokkoli, Schwarzwurzel, Süßkartoffel)
  • grüne Blätter (z.B. Salate, Kohl, Wildkräuter)
  • Nüsse (z.B. Walnüsse, Haselnüsse)
  • Ölsaaten (z.B. Leinsamen, Sesam)
  • Pseudogetreide (z.B. Buchweizen, Quinoa, Amaranth)
  • Sprossen aus Linsen und Getreide

Eher SELTEN als Ballaststofflieferant sollten Sie dagegen Produkte aus ungekeimten Getreiden verzehren wie Nudeln, Backwaren, Brot, Reis, Müsli oder Getreideflocken. In diese Kategorie gehören auch Kleieprodukte sowie ungekeimte Hülsenfrüchte.

Tipps für den Verzehr von Ballaststoffen

Damit es auch wirklich funktioniert mit der ballaststoffreichen Ernährung nach der Geburt, zum Abschluss noch einige Tipps dazu:

  • Insgesamt sollten Sie viel trinken – das gilt im Prinzip immer, aber besonders, wenn Sie regelmäßig Ballaststoffe verzehren.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel sollten Sie vor dem Verzehr bzw. vor der Zubereitung einige Stunden oder sogar über Nacht einweichen. Das trifft beispielsweise auf Ölsaaten, Nüsse, Kerne oder Hülsenfrüchte zu. Durch das Einweichen verbessern sich Verdauung und Verträglichkeit dieser Lebensmittel.
  • Auch das (An)Keimen von Getreide, Nüssen oder Kernen wertet diese Nahrung um einiges auf. Bei Hülsenfrüchten können nur Linsen gekeimt werden – diese passen hervorragend in einen Rohkostsalat sowie zu Gemüsegerichten.
  • Obst sollten Sie nicht in Kombination mit Zucker verzehren und auch nicht zusammen mit stärkehaltigen Lebensmitteln wie Brot oder Kuchen. Das kann zu Verdauungsbeschwerden und Blähungen führen.
  • Bevorzugen Sie allgemein Vollkornprodukte und/oder glutenarmes Getreide wie Hafer bzw. glutenfreie Alternativen wie Hirse oder Buchweizen.

Fazit: Eine ballaststoffreiche Ernährung nach der Geburt trägt auf vielerlei Weise zu Ihrem Wohlgefühl bei. Beachten Sie dabei die drei Faustregeln – 1. viel trinken, 2. einweichen vor dem Verzehr und 3. in der richtigen Kombination. Bevorzugen Sie zudem die „guten“ Ballaststoffe und nicht zuletzt: Bringen Sie Abwechslung auf den Tisch, denn das Essen soll auch Spaß machen und natürlich gut schmecken.

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