15
Jul
2017
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Akupunktur in der Schwangerschaft

Akupunktur in der Schwangerschaft – bei welchen Beschwerden?

Nachdem Sie erfahren haben, dass Akupunktur und Schwangerschaft sehr gut zusammenpassen, will ich heute darauf eingehen, wie eine Behandlung mit Akupunktur in der Schwangerschaft helfen kann.

Erbrechen und Übelkeit

Obwohl einige Ärzte und Hebammen empfehlen, nicht vor der 12. Schwangerschaftswoche mit der Akupunktur zu beginnen, kann eine solche Behandlung gerade in der Frühschwangerschaft hilfreich sein – nämlich dann, wenn Sie unter Morgenübelkeit und Erbrechen leiden. Mit der Akupunktur kann die Magenenergie gestärkt werden, indem bestimmte organbezogene Meridianpunkte stimuliert werden. Ob dies bei Ihnen sinnvoll sein kann, besprechen Sie bitte mit Ihrem Therapeuten.

Unruhe und Schlaflosigkeit

Eine Akupunktur in der Schwangerschaft wirkt häufig entspannend und trägt zur allgemeinen Beruhigung bei. Das kann Schwangeren helfen, die unter Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und Angst vor der Geburt leiden. Oft wird in diesen Fällen bei der Behandlung ein spezieller Kopfpunkt akupunktiert.

Depressionen

Laut Studien leiden ca. 11 % der Frauen während der Schwangerschaft vorübergehend an Depressionen. Auch hierbei kann Akupunktur sinnvoll soll – wie eine weitere Studie mit 150 schwangeren Frau ergab, die unter starken depressiven Verstimmungen litten. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass die Akupunktur eine größere Abnahme der schweren Symptome bewirkte.

Rücken- und Kopfschmerzen

Akupunktur in der SchwangerschaftViele fortgeschritten Schwangere klagen über Rückenschmerzen und Verspannungen, zu denen der immer größer und schwerer werdende Babybauch führt. Mit Akupunktur können die Blockaden gelöst und die Schmerzen gelindert werden. Das gilt auch für Kopfschmerzen und Migräne, gegen die Schwangere möglichst keine Medikamente einnehmen sollten – hier ist die Akupunktur in der Schwangerschaft eine wirksame sanfte Schmerzbehandlung.

Wassereinlagerungen und Venenschwäche

Bewährt hat sich die Akupunktur auch gegen stärkere Wassereinlagerungen – welche u.a. zu einem Karpaltunnelsyndrom führen können – sowie bei ausgeprägter Venenschwäche.

Geburtsposition des Babys

Die natürliche Geburtsposition des Babys ist die Schädellage, in die sich die meisten Säuglinge in den letzten Schwangerschaftswochen automatisch drehen. Aus der Beckenendlage dagegen kommen nur etwa 5 % der Babys auf die Welt. Sollte es nötig werden, bei der Drehung des Kindes in die richtige Geburtsposition nachzuhelfen, kann in den letzten Wochen vor der Geburt die Akupunktur unterstützend eingesetzt werden. Klären Sie bitte mit Ihrem Arzt, ob und wann dies sinnvoll ist.

Geburtsvorbereitung

Die geburtsvorbereitende Akupunktur beginnt in der Regel 4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, also in der 36. Schwangerschaftswoche. Der relativ späte Zeitpunkt ist darin begründet, dass Sie mit der Behandlung unmittelbar auf die Geburt vorbereitet werden sollen, was auch zum Beginn der Wehen führen kann. Das ist ab der 36. SSW aber nicht mehr problematisch. Pro Woche wird eine Akupunkturbehandlung durchgeführt, um die Reifung des Muttermundes zu unterstützen. Dies führt zu einer kürzeren Eröffnungsphase, verbessert die Wehentätigkeit und kann die Geburt um bis zu 2 Stunden verkürzen. Zur Geburtsvorbereitung werden bei einer Akupunktur in der Schwangerschaft vier Meridianpunkte stimuliert: Außenseite des kleinen Zehs, Innenknöchel, Seitenbereich der Wade, unterhalb vom Knie. Übrigens: Zur Geburtsvorbereitung gehören natürlich auch ganz praktische Dinge, wie beispielsweise ein entsprechender Kurs oder das Erstellen einer Checkliste für die Geburtstasche, wie ich es in meinen Tipps für die Kliniktasche beschrieben habe.

                                                                                              

Während der Geburt

Zwar macht die Akupunktur während der Geburt nicht völlig schmerzfrei – dennoch ist sie äußerst hilfreich. Denn es werden die Schmerzen gelindert, Entspannung und Konzentration auf die Atmung erhöht sowie die Abfolge der Wehen harmonisiert. So zeigt eine Kölner Studie, dass die Akupunktur während des Geburtsvorgangs die Wehen sowohl stimulieren als auch abschwächen kann. Beides macht Sinn: Kann man sich doch dadurch häufig den Wehentropf sparen, der sonst zur Stimulation der Wehen eingesetzt wird. Mithilfe der Akupunktur soll auf diese Weise auch die Kaiserschnittrate um ca. 10 % gesenkt werden können. Sind die Wehen zu „stürmisch“, sorgt wiederum die Akupunktur für eine Beruhigung. Welche Wirkung erzielt wird, richtet sich danach, ob die Nadeln still liegen bleiben oder gezielt gedreht werden. Eine positive Auswirkung auf den Verlauf der Geburt hat die Akupunktur auch dadurch, dass die behandelten Frauen auch zur Austreibungsphase noch über sehr viel Kraft verfügen und dadurch die Geburt beschleunigt wird. Oftmals werden während der Geburt Akupunkturpunkte an Rücken und Bauch stimuliert. Das kann den Nachteil haben, dass Sie dadurch in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

Akupunktur und Dammriss

Die oben beschriebenen Effekte einer Akupunktur in der Schwangerschaft, zur Geburtsvorbereitung und während der Geburt helfen natürlich auch dabei, eine Geburtsverletzung zu vermeiden. Denn Dammschnitt, Dammriss, Scheidenriss oder Analfissur entstehen u.a. deshalb, weil die Gebärende verkrampft oder zu stark presst. Durch die geburtsbeschleunigende und beruhigende Wirkung der Akupunktur kann dieses Verhalten vermieden werden und damit Geburtsverletzungen vorgebeugt werden. Sollte es doch dazu kommen, ist u.a. ein natürliches Öl ein mildes Mittel zur Linderung der Schmerzen und Heilungsbeschleunigung: prorepatin.

Nach der Geburt

Auch nach der Geburt kann die Akupunktur eingesetzt werden – beispielsweise, um schmerzhafte Nachwehen zu lindern oder die Plazentaablösung zu unterstützen.

Im Wochenbett

Im Wochenbett können Akupunkturbehandlungen dabei helfen, die frisch gebackene Mama zu entspannen, den sogenannten „Baby-Blues“ abzumildern, Rückbildungsstörungen zu beseitigen und Hämorrhoidal- sowie Nahtbeschwerden zu lindern. Letztere können nach Geburtsverletzungen auftreten, bei denen der Damm oder die Scheide einreißt und diese genäht werden müssen. Auch bei Stillproblemen wie Brustentzündungen, Milchstau oder zu wenig Milch kann die Akupunktur unterstützend wirken.

Fazit: Akupunktur in der Schwangerschaft lindert typische Beschwerden und hilft bei der Vorbereitung auf die Geburt. Auch während der Entbindung und im Wochenbett kann Akupunktur eingesetzt werden.

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