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Mrz
2017
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Dammschnitt vermeiden

10 Tipps: Dammschnitt vermeiden

Eine gute Möglichkeit, um eine Geburtsverletzung zu vermeiden, sind Dammmassagen. Nun – vielleicht wollen Sie diese aus bestimmten Gründen nicht machen oder möglicherweise reicht Ihnen das nicht aus und Sie wollen weitere Dinge tun, damit es nicht zu einer Geburtsverletzung kommt. Deshalb habe ich für Sie weitere Maßnahmen zusammengetragen, wie Sie einen Dammriss oder Dammschnitt vermeiden können – und zwar sowohl während der Schwangerschaft als auch bei der Geburt.

  1. Ein Anti-Dammschnitt-Trainer ist ein Ballon, der in die Scheide eingeführt und bei jedem Mal etwas mehr aufgeblasen wird. So wird das Dammgewebe gedehnt. Hier können Sie sich informieren: epi-no.de.

    Dammschnitt vermeiden

    ©tanito/fotolia.com

  2. Eine Dammgymnastik führt zum Dehnungseffekt des bei der Geburt beanspruchten Gewebes. Dazu gehen Sie mit geöffneten Knien in die Hocke oder setzen sich in den Schneidersitz und pressen die Füße gegeneinander. Tun Sie dies ab etwa 6 Wochen vor der Geburt am besten mehrmals täglich für einige Minuten.
  3. Ein regelmäßiges Beckenbodentraining hilft Ihnen dabei, während der Wehen die Muskeln bewusst zu entspannen. Denn durch die Übungen lernen Sie Ihren Beckenboden noch einmal ganz anders kennen – Sie werden überrascht sein. Das hilft Ihnen dann bei der Geburt, nicht etwa zu verkrampfen oder anzuspannen, sondern vielmehr Ihre Muskeln locker zu lassen, so dass es besser „flutscht“ und die Geburt leichter und schneller vonstattengeht. Dadurch wird natürlich auch das Dammgewebe entlastet und kann nicht so schnell reißen.
  4. Einen Dammschnitt vermeiden können Sie auch mit einem Sitzbad, denn dabei wird das Gewebe ebenfalls locker und geschmeidig. Dafür können Sie Heublumen oder Lindenblüten verwenden. Die Sitzbäder führen Sie 6 Wochen vor der Geburt einmal wöchentlich durch, ab Entbindungstermin dann täglich.
  5. Himbeerblättertee wird nachgesagt, dass er Dammbereich, Beckenboden und Gebärmutter elastischer macht und die Unterleibsmuskulatur lockert. Trinken Sie ab etwa 8 Wochen vor der Geburt jeden Tag 2 bis 3 Tassen davon.
  6. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist immer gut. Aber besonders während der Schwangerschaft ist es ein wichtiger Faktor. Denn je gesünder Sie sich ernähren, desto fester und widerstandsfähiger ist ihr Hautgewebe. Sollte es doch zu einer Geburtsverletzung kommen, ist Ihr Immunsystem besser in der Lage, den Eingriff zu verkraften und Ihre Selbstheilungskräfte können die Heilung besser unterstützen. Wenn Sie also einen Dammriss oder Dammschnitt vermeiden möchten, essen Sie viel frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse und grüne Salate, aber auch Nüsse, Samen wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen und Pseudogetreide wie Amaranth oder Quinoa.
  7. Auch eine ansonsten gesunde Lebensweise sorgt dafür, dass Sie und Ihr Baby gesünder, fitter und kräftiger sind. So tragen sowohl entspannte Momente als auch moderate sportliche Betätigung dazu bei, dass die Geburt leichter und unkomplizierter verläuft. Außerdem sollten Sie viel an die frische Luft und in die Natur gehen – gerne auch mit Ihrem Partner zusammen.
  8. In der üblichen Geburtsposition in Rückenlage lastet alle Kraft auf dem Damm. Dagegen wird der Damm in hockender oder knieender Stellung bzw. im Vierfüßlerstand während der Geburt wesentlich entlastet und bleibt häufiger von Rissen verschont. Eine Wassergeburt macht das Dammgewebe elastischer und weicher. Laut verschiedener Belege kann können schwere Dammschnitte und Dammrisse durch eine Wassergeburt eher vermieden werden.
  9. Viele Hebammen und auch einige Frauen, die damit gute Erfahrungen gemacht haben, raten vom „Powerpressen“ ab. Vielmehr empfehlen sie, auf den eigenen Körper zu hören und nur dann zu pressen, wenn Sie das unbedingte Verlangen danach haben. Wenn Sie Ihrer Hebamme vertrauen, können Sie natürlich auch auf ihre Anweisungen hören, wann gepresst und wann der Pressdrang durch „Hecheln“ unterdrückt werden soll. Klar ist, dass bei einer langsamen und kontrollierten Geburt das Köpfchen des Babys den Damm sanfter dehnt und es dadurch wesentlich seltener zu einem Dammriss kommt bzw. die Chance wesentlich größer ist, dass Sie einen Dammschnitt vermeiden.
  10. Oft werden auch warme und feuchte Kompressen empfohlen, die von der Hebamme während der Geburt an den Damm gehalten werden. Vor allem in sehr starkem, nicht mehr trinkbarem Kaffee getauchte Kompressen fördern die bessere Durchblutung im Dammgewebe, während die Wärme die Elastizität steigert. Außerdem fühlen Sie sich durch die warmen Kompressen (ob mit Kaffee oder „nur“ Wasser) entspannter und wohler.

Fazit: Sie können einiges tun, um einen Dammriss oder Dammschnitt zu vermeiden. Natürlich kann ich Ihnen keine Garantie dafür geben, aber Sie sollten zumindest einige der Maßnahmen ausprobieren. Suchen Sie sich einfach die heraus, die Ihnen am meisten zusagen – denn die Schwangerschaft soll ja schließlich Spaß machen und die Geburt zum freudigen Ereignis werden. Und Beides wünsche ich Ihnen von Herzen. Sollte es dennoch zu einer Geburtsverletzung kommen, hilft das natürliche Öl prorepatin bei der Heilung und Linderung.

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